KARL SPINDLER (oder Carl Spindler, auch C. Spinalba und Max Hufnagl, 1796-1855) deutscher Schriftsteller, zunächst wurde er Schauspieler und schloss sich einer Wandertruppe an. Jahrelang zog er mit dieser Theatergesellschaft durch Deutschland und die angrenzenden Länder. Seit 1834 verfasste mit einer geradezu fabelhaften Geschwindigkeit zahllose Romane und Novellen. Zwischen 1830 und 1860 zählte er zu den populärsten Unterhaltungsschriftstellern in Deutschland. Unter seinen zahlreichen Romanen gehören zu den seinerzeit am meisten gelesenen: Der Bastard (1826, 3 Bde.; aus der Zeit Kaiser Rudolfs II.), Der Jude (1827, 4 Bde.; eine Sittenschilderung aus der ersten Hälfte des 15. Jahrh.), Der Jesuit (1829, 3 Bde.), Der Invalide (1831, 5 Bde.), ein Roman aus der Zeit der französischen Revoluti
- Artikel-Nr.: 60877
Eigenhändiger Brief (1 S. gr. 4 to, rechts Randbräunung, umseitig eigenhändige Adresse) in Tinte mit Ort, Datum, Unterschrift signiert Freiburg i.B., 28. July 1847
Herrn Buchhändler J. Dirnböck [Jakob Dirnböck 1809-1861, Dichter, Buchhändler und Verleger]
(Herrengasse, 25, gräff. Di??schesHaus,
Stadt)
frei Wien /
Freiburg i. B. 28 July 1847.
Wohlgeborner Herr,
Vor drei Wochen habe ich erst Ihren werthen Brief vom 27 April sammt Beilage erhalten, so jämmerlich langsam geht die buchhdlerische Schneckenpost hier zu Lande. Meinen besten Dank für die 8 Hansjörgeln[humorvolle Zeitschrift „Hans Jörgel“], mit der Bitte, dselben doch gefäll. komplettiren zu wollen.
Die Nachricht, die Sie mir von der Krankheit des H: c c Weiss[vermutl. Johann Baptist Weis 1801-182, Volksschriftsteller] geben, hätte allerdings schon an und für sich meine Reise nach Wien hintertrieben; allein ohnehin verhindert mich eine schmerzhafte Neuralgie am linken Arm, die Reise zu machen, u. zwingt mich, ein hierländisches(?) Bad zu besuchen. – Ich bitte daher, H: Weiss meine besten Grüße u. Wünsche gefäll. übermachen zu wollen.
Noch um eine weitere Gefälligkeit ersuche ich Sie, von Ihrer freundl. Bereitwilligkeit überzeugt. Ich hatte H: Carl Ziegelhauser, der d. Thalia edirt, zum heurigen Jahrgang einen Beitrag zugesagt, kann aber mein Wort nicht halten, da mir nichts mehr für jetzt abgeht, als just die Lust zum Schreiben. Theilen Sie H: Z. ds gefälligst mit. Zugleich bitte ich Sie, demselben in meinem Namen u. für meine Rechnung einen Schreiberei-Conto zu berichtigen, dessen Betrag nur in etlichen Gulden besteht. Die genaue Summe habe ich vergessen. Wollen Sie dse schwache Summe nur auf meine Lasten bei Frankle(?) oder Hallberger in Stuttgart entnehmen. Ich wüßte nicht, wen sonst ich in Wien um dse Gefälligkeit ansprechen sollte; darum entschuldigen Sie meine Freiheit.
In der Hoffnung, bald wieder einmal etwas von Hans=Jörgel – ich habe nur 8 Hefte von ?? ?? empfangen – zu sehen, u. dabei wieder etwas von Ihnen zu hören, bin ich mit bekannter Hochachtung
Ihr ergebenster
DCSpindler
Nn Die beiden Ziegelhauserischen Angelegenheiten bitte ich möglichst zu beschleunigen; Ihnen voraus dafür verbunden. d. V.
(dito zum gleichen Preis : Eigenhändiger Brief (1 S. gr. 4 to, umseitig eigenhändige Adresse) in Tinte mit Ort, Datum, Unterschrift signiert
Der löbl. Ullmann'schen Buch- und Antiquariatshandlung Frankfurt a/M
Mit Befremden sah ich seit der Anwesenheit des hl.(?) Bär in ???, beinahe zwei Monate vorübergehen, ohne auch nur eine Nummer der Illustrierten Zeitung zu erhalten. Meine letzte Nummer ist die vom 8. Juni 1844, No. 50. Diese(?) unbegreifliche Verzögerung – es fehlen auch noch mehrere Nummern vom vorigen Jahr – mag entstanden seyn durch was sie wollen. So bitte ich Sie inständigst, auf der Stelle gehörige Ordnung zu machen, u. mir alle fehlenden Nummern bis zur neusten auf einmal per Post, u. zwar – was ich nach solchen Vorgängen wohl erwarten kann – franco zuzuschicken. Auf diese(?) Weise kann ich ferner die Zeitung, die ich hl.(?) Bär für's(?) ganze Jahr bezahlte, nicht mir zusenden lassen. Lieb wäre mir's, wenn sie überhaupt nicht mehr durch die Hände des D. R. Marx [Buchhändler in Karlsruhe] ginge, indem(?) in jenem Geschäft die größte Sorglosigkeit zu Hause ist.
Umgehend eine Erläuterung obiger Nachlässigkeit erwartend habe ich die Ehre zu seyn
C. Spindler Baden, d. 16. August 1844)