MAXIMILIAN HARDEN (1861-1927) deutscher Publizist, Kritiker, Schauspieler und Journalist. Herausgeber der Wochenschrift Die Zukunft (1892–1922). Er strengte Prozesse gegen Berater und Freunde des Kaisers Wilhelm II. an (Harden-Eulenburg-Affäre), die zu mehreren Rücktritten führten.

MAXIMILIAN HARDEN (1861-1927) deutscher Publizist, Kritiker, Schauspieler und Journalist. Herausgeber der Wochenschrift Die Zukunft (1892–1922). Er strengte Prozesse gegen Berater und Freunde des Kaisers Wilhelm II. an (Harden-Eulenburg-Affäre), die zu mehreren Rücktritten führten.
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Eigenhändiger Brief mit Ort, Datum, Unterschrift signiert   Grunewald,... mehr
Buchbeschreibung "MAXIMILIAN HARDEN (1861-1927) deutscher Publizist, Kritiker, Schauspieler und Journalist. Herausgeber der Wochenschrift Die Zukunft (1892–1922). Er strengte Prozesse gegen Berater und Freunde des Kaisers Wilhelm II. an (Harden-Eulenburg-Affäre), die zu mehreren Rücktritten führten."

Eigenhändiger Brief mit Ort, Datum, Unterschrift signiert   Grunewald, 29.05.1904   

"Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt, Sie haben mir mit ihrer liebenswürdigen Sendung große Freude bereitet. Die Blätter sind wirklich wunderschön; Fast jedes gibt einen Bismarck, den ich kannte. Nehmen Sie aufrichtigen Dank. Ists so befremdlich, daß ich nicht sage: Schicken Sie ?..."

(auch vorhanden :   3 inhaltsreiche (!) EIGENHÄNDIGE BRIEFE (je 2-3 SS. 8°, in lila Tinte)   a) Grunewald 13.5.1904, 3 SS. 8°   "einen anständigen Brief werden Sie von mir nicht bekommen, dazu reichts nicht, so berechtigt Ihr Zornruf sein mag. Ich schreibe den Menschen, die ich suche und die mich ein Bißchen gern haben, jede Woche lange Briefe; manchmal leidliche manchmal mieserable, immer mit Mühe mit dem Besten, was grade in mir ist. Und ich arbeite ohne jede Hilfe so viel, daß ich anständige Privatbriefe beim besten Willen nicht schreiben kann. Aber ich danke Ihnen herzlich für Ihren Brief. Er hat mir wohlgethan. Es sagt Vieles, was ich genau so fühle. Ich habe den Franzel (den am 6. Mai verstorbenen Maler FRANZ VON LENBACH) sehr lieb gehabt, wir haben einander Freunde genannt und ich habe mit ihm seine schwersten Stunden verlebt. Wir sahen uns nicht mehr, weil Schweninger (Bismarcks Leibarzt Prof. ERNST SCHWENINGER) zwischen uns stand. Aber wir blieben die Alten. Sie haben ihn gut gesehen. Er war ein großer Kerl. Nicht nur ein großer Maler. Es hat mich tief getroffen, daß er ging. Und als ich eine Münchner Freundin bat, meinen Kranz auf sein Grab zu legen, fand ich kein Wort und musste ihr die Inschrift überlassen. Jetzt - o misere- jetzt arbeitet es still in dem schreibenden Menschen. Ich möchte nach all den fürchterlichen Nekrologen - zwar was rechtes über ihn sagen, aber er war, er ist mir zu nah. Es wird nicht gehen. Versuche ichs, so werde ich auch den kleinen charakteristischen Zug, den Sie fanden, ins Bild retten. Die Fürsten konnten ja als Katholiken nicht kommen, aber sie haben sich wie ich gerade erfuhr, höchst nobel benommen. Ich danke Ihnen aufrichtig. Und freue mich, daß wir auch in dieser Gefühlssache so nah beieinander sind. Hoffentlich kann ich bald mal mit Ihnen über den Unvergesslichen sprechen..."  Euro 245,-   /

b)  Grunewald 23.9.1904,  2 SS. 8°  "...Ihr gebt und nehmt mir Herr, und nehmt doch mehr als Ihr mir gebt...Klein interessiert mich schon lange. Ein merkwürdiges Talent. Ich glaube, er wird noch mal von sich reden machen. Zum Schluß war er wohl durch Scharlach verärgert...In Hamburg posiert er den Kirchenfürsten. Soll aber ein guter juristischer Praktiker sein und hat den Wunsch, sich zu einer Sinthese von Chamberlain und Rhodes aufzublasen. Du lieber Gott!...Gestern lernte ich Wedekind (FRANK WEDEKIND) kennen; einen höchst ungewöhnlichen Menschen, dessen Talent ich, nicht ohne manches Widerstreben, ungemein schätze. Als Menschen kann ich ihn freilich noch nicht durchblicken..."   Euro 245,-  /

c) Grunewald 21.7.06, 2 SS. 8°    "...Daß Sie mit meinen politischen Bemühungen einigermaßen einverstanden sind, freut mich um so mehr, als Sie die Dinge aus einer anderen Ecke sehen. Ihren Wunsch nach einer zusammenfassenden Darstellung würde ich sehr gern erfüllen. Aber ich bin so unglaublich belastet. Und wenn ich wieder das Andere aufgäbe: mein Gott, ich überschätze es wirklich (leider) nicht, aber ein Anderer sagts ja nicht. Und ich weiß nicht, ob Sie mit dem Tausch zufrieden wären...Ludwig ist, wie ich von Schweninger weiß, Leser der Zkft. Aber diese Rede klang doch wieder schwächlich; als wollte er siich bei IHM für den Fall des Regentschaftswechsels einwetten. Schade, die Bundesfürsten sind sämtlich (ausser Baden) Leser der Zkft. Aber sie zeigens nicht. Und wenn Bülow das Blatt Freitag um Elf nicht hat, reklamiert er. Was nützt Applaus ohne Wirkung?..."      Euro 200,-

 

 

 

 

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