- Artikel-Nr.: 61372
ORIGINAL-DOKUMENT (1 S. 8 to quer, gefaltet) auf französisch, übersetzt :
Freuen wir uns! Die Pressefreiheit ist uns erhalten geblieben: Tun wir Almosen den Unglücklichen.
„Wer Mitleid hat mit dem Armen, leiht der Ewigkeit, die ihm seine Wohltat mit Zinsen vergelten wird.“
An den Tagen des Vergnügens fordert die Not das Mitleid ein, das der Himmel in unsere Seele prägte, dieses Mitleid, himmlisches Geschenk und Tröster, so süß für den Unglücklichen, noch süßer für den Wohltäter. Abbé Delille
Herausgegeben von der Société des Incas in Valenciennes, am 10. Februar 1828. Druck von A. Prignet.
Die „Société des Incas“ in Valenciennes
Diese Gesellschaft war eine lokale, halb‑satirische, halb‑karitative Vereinigung, wie es sie im 18. und frühen 19. Jahrhundert häufiger gab. Sie veröffentlichte kleine Drucke, Gedichte, Spottblätter und moralische Appelle – oft mit ironischen oder exotischen Namen. Der Druck von 1828 ist ein politisch‑karitativer Aufruf, der die erhaltene Pressefreiheit feiert und gleichzeitig zu Mitleid und Almosen aufruft. Er spiegelt die Spannungen der Restauration wider und zeigt, wie eng Politik, Religion und Wohltätigkeit damals miteinander verknüpft waren.
Solche Blätter wurden häufig:
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bei Festen verteilt
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als Spendenaufrufe genutzt
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als politische Stellungnahme verbreitet
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als moralische Ermahnung im öffentlichen Raum ausgehängt